Weberhaus Neudorf
Im Frankenwald lebten die Menschen bis ins 20. Jahrhundert zum großen Teil entweder von der Landwirtschaft oder von der Weberei, die in Heimarbeit betrieben wurde. Oft genug wurden auch tagsüber die eher kargen Felder bewirtschaftet, um dann am Abend die spärliche Haushaltskasse mit der Herstellung von Tüchern, Decken und Schals aufzubessern. Um 1850 gab es in Neudorf, einem Dorf in der Gemarkung der Stadt Schauenstein mitten im Frankenwald, 44 Haushalte; 16 Familien hatten ihr Auskommen als Weberfamilien, acht Bauernfamilien betrieben die Weberei als Nebenerwerb und weitere sechs Weber besaßen kein eigenes Haus, sondern wohnten zur Miete und betrieben ihren Webstuhl in noch beengteren Verhältnissen als zur damaligen Zeit sowieso schon üblich. So weit die Statistik, die das Archiv der Stadt Schauenstein hergibt. Erhalten ist dieser prägende Teil der Geschichte des Frankenwaldes eben in Neudorf mit der Einrichtung des „Weberhauses". Dort wurde ein typisches Kleinbauern- und Handwerkshaus des 19. Jahrhunderts im östlichen Frankenwald originalgetreu erhalten und liebevoll gepflegt. Die wichtigsten Ausstellungsstücke im Museum, das eigentlich wie ein Haus wirkt, dessen Bewohner jeden Moment von der Feldarbeit zurückkommen, wurden von der Weberfamilie Wolfrum an Ort und Stelle benutzt und sind so lebendige Zeugen der harten Wirklichkeit vergangener Zeiten. Ofen, Webstuhl, Betten, Sitzmöbel, Gerätschaften, Fotografien und viele kleine und große Gerätschaften mehr erzählen den Besuchern vom Leben im Frankenwald und geben mehr als nur einen Einblick in die Geschichte des Frankenwaldes und seiner Menschen.






