Deutsch Deutsches Museum Mödlareuth
Mödlareuth ist ein Dorf an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Schon seit dem 16. Jahrhundert markiert der Tannbach, der sich durch Mödlareuth schlängelt, eine Grenze mitten im Dorf, die aber 400 Jahre lang für die Dörlfer völlig bedeutungslos war. Die Bewohner der Markgrafschaft Bayreuth und der Grafschaft Reuß-Schleiz, später dann des Königreichs Bayern und des Fürstentüm Reuß jüngere Linie und dann Bayerns und Thüringens waren alles Mödlareuther, die gemeinsam die Dorfschule besuchten, abends miteinander im Wirtshaus saßen, im Männergesangsverein Mödlareuth sangen und am Sonntag gemeinsam zum Kirchgang ins benachbarte Pfarrdorf Töpen aufbrachen. Bis plötzlich der eiserne Vorhang die Nachbarn und Freunde, Verwandte und Verschwägerte voneinander trennte und das ehemals selbstverständliche Dorfleben mit gegenseitigen Besuchen, dem gemeinsamen Vereinsleben und Aktivitäten vollkommen unmöglich wurde. Mödlareuth wurde als „Little Berlin" ebenso wie sein großer Bruder zum Symbol der deutschen Teilung. Die Tragik dieser Teilung kann wohl kaum eindringlicher vor Augen geführt werden als in Mödlareuth. „Gegen Vergessen, Verdrängen, Verklären" wurde in Mödlareuth das Deutsch-Deutsche Museum eingerichtet, das die Geschichte eindrucksvoll dokumentiert. Der Fall der Mauer wurde zur Geburtsstunde des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth. Im Freigelände des Museums zeugen Teile der ursprünglichen Grenzanlagen von der Grausamkeit der Teilung eines ganzen Dorfes. Im Angesicht von Mauer, Beobachtungskanzel, Stacheldraht, Wachturm und Panzer wird nachvollziehbar, was die deutsche Teilung für die Bewohner Mödlareuths bedeuten musste. Ein Besuch im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth ist ein Ausflug in die jüngste Vergangenheit unserer Geschichte. Die thüringischen und bayerischen Bürger Mödlareuths gründeten bereits am 3. September 1990 einen Museumsverein, um die leidvolle Geschichte ihres Dorfes für die Nachwelt auch als Mahnung zu dokumentieren. Im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth werden die historischen Zusammenhänge der deutschen Teilung und die politische, wirtschaftliche, vor allem aber auch menschliche Bedeutung der innerdeutschen Grenze dokumentiert. Unter anderem Fotos, Zeitzeugenberichte, ein Film und wechselnde Ausstellungen zu verschiedensten Themen hinterlassen bei allen Besuchern einen nachhaltigen Eindruck und helfen mit „gegen Vergessen, Verdrängen, Verklären", das Motto, das sich der Museumsverein auf die Fahnen geschrieben hat.





