Die Saale
Zell, Sparneck, Weißdorf, Seulbitz, Förbau, Fattigau, Oberkotzau, Döhlau, Brunnenthal, Joditz und Rudolphstein – eine Quizfrage, mit dem Inhalt, was diese malerischen Dörfer miteinander verbindet, ist für einen „Auswärtigen“, also jemanden, der nicht aus dem Hofer Land kommt, sicherlich schwer zu beantworten. Nennt man jedoch auch noch die beiden Städte Schwarzenbach an der Saale und natürlich Hof an der Saale rückt des Rätsels Lösung schon näher: die Saale ist der Fluss im Hofer Land und verbindet die genannten Dörfer und Städte miteinander. Könnte ein Fluss sprechen, könnte die Saale sich damit brüsten, dass sie mit 413 km der zweitlängste Nebenfluss der großen und berühmten Elbe ist und ebenfalls den zweiten Platz unter den wasserreichsten Nebenflüssen einnimmt. Aber da ein Fluss allenfalls sanft murmelt, begnügt sich auch die Saale damit, in ihrem Oberlauf zwischen Zell und Hof meistens ziemlich gemächlich dahin zu fließen. Und trotzdem sind Wörter wie „Überschwemmung“, „voll gelaufene Keller“ und eine segensreiche, aber für die betroffenen Gemeinden leider kostspielige Baumaßnahme namens „Hochwasserfreilegung“, im Hofer Land nicht unbekannt. Diese kleinen Nebensächlichkeiten tun aber dem Stolz und der Liebe aller Hofer zu ihrem Fluss keinen Abbruch. Und besonders stolz sind die Zeller, entspringt doch die Saale in ihrem Gemeindegebiet, nämlich an einem Bergwerkstollen am Nordwesthang des Waldsteins im Fichtelgebirge genau 707 Meter über dem Meeresspiegel. Für alle Einheimischen ist die Erwanderung des geschützten Naturdenkmals „Saalequelle“ der Familien-Sonntagsausflug, Schulwandertag oder Fichtelgebirgsvereinsausflug schlechthin. Und auch bei allen Besuchern des Hofer Landes sollte wenigstens ein Besuch der Saalequelle auf dem Ausflugsprogramm stehen. Ambitionierte und ehrgeizige Wanderer können sich selbstverständlich auch den 427 km langen „Radwanderweg Saale“ zu Gemüte führen, der an der Quelle startet und den durchtrainierten Radwanderer schließlich in das Städtchen Barby vor den Toren Magdeburgs führt, wo die Saale in die Elbe mündet. (Durchtrainiert deshalb, weil der Saale-Radwanderweg im offiziellen Führer als einer der anspruchvollsten Radwanderwege Deutschlands charakterisiert wird.) Für alle, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollen, lohnt es sich, auf den Spuren Jean Pauls die zwischen 10 und 12 km lange Strecke von Hof nach Joditz an der Saale zu erwandern. Dass es „an der Saale hellem Strande“ aber nicht nur beschaulich und romantisch ist, wird dann in Joditz bewiesen, im Sägewerk Dieter Krauß, das mit der Wasserkraft der Saale betrieben wird. Sicher behaupten sowohl die Thüringer als auch die Sachsen-Anhaltiner, dass „ihr“ Teil der Saale der schönste ist. Und auch die Bewohner des Hofer Landes werden in ihrer bescheidenen und zurückhaltenden Art die Schönheit „ihrer“ Saale beschreiben und wie immer ist es eine Frage des persönlichen Geschmackes, in welchem Bundesland die Saale denn nun am malerischsten, romantischsten, sehenswertesten, für einen Ausflug am erholsamsten ist. Ein Blick in die bedeutendste Enzyklopädie im Welt weiten Netz, Wikipedia, unter dem Stichwort „Saale“ untermauert aber vielleicht den Anspruch der Hofer auf den schönsten Teil der Saale: das Bild zum Artikel zeigt das Saaletal bei Joditz. Man kann davon ausgehen, dass sich keine schönere und eindrucksvollere Aufnahme des Flusses gefunden hat.






